MGM Münzgalerie München
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Unbekannt 64

Unbekannt 64

Tragbare hochovale Messing-Gussmedaille ohne Jahr (von Joseph Michael Neustifter). Vs.: Stehende Heilige von vorn mit Palmzweig und Kirchenmodell. Rs.: Sechs Zeilen Schrift. 71x34 mm (mit Henkel und Zierknauf).

Wir konnten bisher nur herausfinden, dass es sich um ein Stück aus einem 366-teiligen Zyklus der Namenspatrone handeln könnte (siehe Die Kunstmedaille in Deutschland 23, S. 247). Wer die auf der Rs. angesprochene Eliza war und wessen Patronin sie gewesen ist, war aber nicht zu finden.

GELÖST: JA

Gabriele Neustifter schickte uns die Information, dass die Medaille von dem niederbayerischen Bildhauer Joseph Michael Neustifter (geb. 1949) gefertigt wurde und gab als weiterführenden Hinweis die Internet-Adresse www.neustifter.de an. Wir haben diese Angaben mit Informationen aus Wikipedia und aus dem Buch Kunstmedaille in Deutschland Band 23, Seite 244 ergänzt.

1969-1975 absolvierte er ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München bei dem Bildhauer und Architekten Georg Brenninger (1909-1988). 1975 ließ er sich als freischaffender Bildhauer in Eggenfelden nieder. Sein Hauptarbeitsgebiet sind Bronzeplastiken, vor allem in Verbindung mit Architektur (Kunst am Bau), daneben auch die Gestaltung von Kircheninnenräumen. Außerdem entstand eine Vielzahl von Kleinplastiken. Eine besondere Werkgruppe sind seine „plastische Zeichnungen“, d. h. großformatige Gemmenschnitte in Stein, die als dünne Bronzeplatten gegossen werden. 1972 und 1975 wurde er mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet und erhielt 1995 für sein künstlerisches Werk das Bundesverdienstkreuz.

Kleinere medaillenartige und kreuzförmige Objekte gestaltet Neustifter als Anhänger für die Galerie Anderott (www.anderott.de). Diese Objekte arbeitet er im Gemmenschnitt spiegelbildlich aus; sie werden dann im Wachsausschmelzverfahren in Silber oder heller Bronze ausgegossen.

Gabriele Neustifter berichtet, dass die Auftraggeberin für die Medaille eine Dame Elisabeth von … (genannt Eliza) gewesen sei, und die Medaille sei aus Anlass eines Geburtstages und als Geschenk an die Freunde herausgegeben worden. Ein ganz ähnlich gestaltetes Stück mit dem Hl. Georg – allerdings ohne Rückseiteninschrift – ist im erwähnten Band 23 der Kunstmedaille in Deutschland, S. 247 dargestellt.